ACHSE unterstützt die Petition „Stoppt den AKI-Pflegekollaps“

Für viele Menschen mit Seltenen Erkrankungen ist die außerklinische Intensivpflege keine zusätzliche Leistung, sondern eine unverzichtbare Voraussetzung für Teilhabe, Lebensqualität und oftmals sogar für das Überleben.

Ein Mann in blauer Kleidung steht neben einem Kind im Rollstuhl in einer hellen Küche mit Fenster und Pflanzen

Die Versorgung von Menschen mit schweren und komplexen Erkrankungen steht in Deutschland zunehmend unter Druck. Nicht nur pflegende Angehörige, sondern auch professionelle Pflegekräfte und spezialisierte Pflegedienste bangen um ihre Existenzgrundlage. Diese Entwicklung trifft Menschen mit Seltenen Erkrankungen besonders hart.

Immer mehr Unterstützungsangebote brechen weg

Als Dachverband von Menschen mit Seltenen Erkrankungen beobachtet die ACHSE mit großer Sorge, dass immer mehr Unterstützungsangebote wegzubrechen drohen, obwohl diese bereits heute vielerorts nicht ausreichend vorhanden sind. Gerade hochspezialisierte Versorgungsbereiche gehören oft zu den ersten Angeboten, die bei wirtschaftlichem Druck gefährdet sind. Die außerklinische Intensivpflege (AKI) ist ein solcher Bereich.

Gesetzgebung steuert in weitere Versorgungslücke 

Die Initiatorinnen und Initiatoren der Petition bringen die aktuelle Situation treffend auf den Punkt:

„Wir erleben ein absurdes Paradoxon:

  1. Das Gesetz für die Pflegeversicherung (SGB XI) zwingt uns weiterhin zur Tarifzahlung.
  2. Das neue Gesetz für die Krankenkasse (SGB V) verweigert uns nun die Bezahlung genau dieser Löhne.

Dieser Widerspruch führt direkt in eine Versorgungslücke. Wenn die spezialisierten Dienste aufgeben müssen, stehen Patienten ohne Hilfe da.“

Durch die fehlende Refinanzierung der verpflichtenden Tariflöhne werden viele Anbieter ihre Leistungen einschränken oder ihren Betrieb ganz einstellen müssen. Die bereits heute in vielen Regionen prekäre Situation spezialisierter Pflegedienste droht sich weiter zu verschärfen. Die Folgen wären gravierend: Intensivpflegebedürftige Kinder und Jugendliche könnten nicht mehr ausreichend versorgt werden, und ihre Familien würden eine der letzten verbleibenden Entlastungen verlieren.

Angehörige können Lücke nicht schließen

Für viele Menschen mit Seltenen Erkrankungen ist die außerklinische Intensivpflege keine zusätzliche Leistung, sondern eine unverzichtbare Voraussetzung für Teilhabe, Lebensqualität und oftmals sogar für das Überleben. Fällt diese Versorgung weg, entstehen Versorgungslücken, die weder Angehörige noch andere Versorgungsstrukturen auffangen können.

Verlässliche und auskömmliche Finanzierung spezialisierter Pflegeangebote notwendig

Die ACHSE schließt sich daher der Petition „Stoppt den AKI-Pflegekollaps“ an und ruft Politik, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie die Öffentlichkeit dazu auf, die Petition zu unterstützen. Es braucht jetzt eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung spezialisierter Pflegeangebote, damit Menschen mit komplexen und Seltenen Erkrankungen auch künftig die Versorgung erhalten, auf die sie angewiesen sind.

Unterstützen Sie die Petition und setzen Sie ein Zeichen für den Erhalt der außerklinischen Intensivpflege:
Zur Petition „Stoppt den AKI-Pflegekollaps“

 

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