Eva Luise Köhler Forschungspreis 2011

In Anwesenheit ihres Mannes Bundespräsident a.D. Horst Köhler verlieh Eva Luise Köhler den nach ihr benannten und mit 50.000 Euro dotierten Preis an Prof. Dr. Christoph Klein und sein Team für die Entwicklung einer neuartigen Gentherapie.

Viele Seltene Erkrankungen werden durch die Fehlfunktion eines einzigen Gens hervorgerufen. Es erscheint plausibel, diese monogenen Erkrankungen durch die Korrektur des entsprechenden Gendefektes in den Zellen der Patienten zu beheben. Die Preisträger haben auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet. Das prämierte Projektvorhaben dient der Verbesserung der Behandlung monogener Erkrankungen. Nach ersten Erfolgen bei Patienten, die am Wiskott-Aldrich Syndrom erkrankt sind, wollen die Wissenschaftler die Nachhaltigkeit der neuen Methode prüfen und optimieren. Außerdem soll die Erweiterung der Therapie auf andere monogene Erkrankungen erforscht werden. Die Preisträger

  • Professor Dr. Dr. Christoph Klein, Direktor der MHH-Klinik für Kinderheilkunde, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.

Sein Team hat nach jahrelangen Vorarbeiten eine Gentherapie für Kinder mit Wiskott-Aldrich Syndrom (WAS) entwickelt. Das Prinzip der Behandlung besteht darin, dass Blutstammzellen der Patienten entnommen,aufgereinigt und mit Gentaxis behandelt werden, die eine gesunde Version
des WAS-Gens in die Zellen transportieren. Die genetisch korrigierten Zellen werden zurückgegeben, aus ihnen differenzieren sich gesunde Blutzellen.

  • PD Priv.-Doz. Dr. Kaan Boztug, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der MHH-Klinik für Kinderheilkunde, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie; seit Januar 2011 Principal Investigator am Forschungszentrum für molekulare Medizin (CeMM) in Wien.

Er hat im Team von Professor Klein an der WAS-Gentherapiestudie mitgearbeitet und ist Erstautor der Veröffentlichung im „New England Journal of Medicine“.

  • Prof. Dr. Christopher Baum Leiter des Instituts für experimentelle Hämatologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)

Seine Arbeitsgruppe entwickelt neue sicherheitsoptimierte Gentaxis, die Nebenwirkungsrisiken reduzieren sollen, ohne dass dadurch die therapeutische Wirksamkeit der klinischen Therapie beeinträchtigt wird.

  • Prof. Dr. Christof von Kalle, Sprecher des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) am Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg

Sein Team untersucht die korrigierten Blutstammzellen der Patienten auf krebsauslösende Faktoren. Im Fokus stehen die genetischen Landeplätze, die sogenannten Insertionsstellen, der Gentaxis in den Chromosomen.

Die Forschungspreisvereleihung 2011 war auch in diesem Jahr sehr hochkarätig besetzt. Zu den Gästen zählten (v.l.n.r.): Ulrike Köhler und ihr Vater Bundespräsident a.D. Horst Köhler, Nelly Müller-Grosse (Interessengemeinschaft Epidermolysis Bullosa e.V. ), Peter Maffay, Friede Springer und Isa Gräfin von Hardenberg

Zitat Köhler


“Menschen mit einer chronischen seltenen Erkrankung haben eine besonders schwere Lebenssituation zu meistern. Für die Arbeit der ACHSE bitte ich Sie um Ihre Unterstützung.”
Eva Luise Köhler, Schirmherrin der ACHSE