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Bundesverband Poliomyelitis e.V.

Poliomyelitis acuta anterior oder spinale Kinderlähmung, wie diese Krankheit auch genannt wurde, ist eine akute Viruserkrankung, die in Europa durch die Impfungen ausgestorben ist. Der Bundesverband beschäftigt sich vor allem mit einer besonderen Spätfolge der Erkrankung, dem Post-Polio-Syndrom (PPS, ICD-10-Code: G 14). Der Name bezeichnet eine akute Entzündung der vorderen grauen Rückenmarksubstanz und des Gehirns. Das PPS ist aber eine moto-/neurodegenerative eigenständige Zweiterkrankung. Die Zeit zwischen der akuten Phase der Infektion und der anschließenden Stabilisierung bis zum Auftreten neuer Symptome wird mit durchschnittlich 30 Jahren angegeben (15-50 Jahre nach Akutinfektion). Der Verlauf ist idR langsam, daneben existieren aber auch schwere, schnelle Verlaufsformen (insbes. nach Impf-Poliomyelitiden). Die Progredienz der Muskeldegeneration beim chronisch-progredienten PPS liegt zwischen 1% und bis 17% pro Jahr, v.a. bei extremer Belastung. Die Symptome variieren von Patient zu Patient hinsichtlich des Schweregrades bezüglich Schmerzen, Muskelschwäche, Müdigkeit, Gehbehinderung  und reicht von  Rollstuhlpflicht bis zur Bettlägerigkeit und uU lebenserhaltender Beatmung. Weil die Akuterkrankung ein Zufallsmuster von Lähmungen hinterlässt, sind auch die Spätfolgen uneinheitlich. Durch Öffentlichkeitsarbeit soll über das PPS aufgeklärt werden, so dass die Erkrankung in leichteren Fällen nicht mehr als „psychosomatische“ Erkrankung fehldiagnostiziert und abgewertet wird.

http://www.polio.sh