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Betroffene beraten Betroffene - ACHSE-Seminar in Halberstadt

Für andere da sein – sich selbst nicht verlieren

Beratungstätigkeit bedeutet oftmals eine schmale Gratwanderung zwischen Nähe - im Sinne von Mitgefühl und sich auf den anderen einlassen - und Distanz als die Notwendigkeit, Grenzen zu ziehen, um sich selbst zu schützen. Dies gilt sicher umso mehr, wenn die Beratung in einem Bereich stattfindet, in dem die eigene Betroffenheit hoch ist: Eine regelmäßig in der Selbsthilfe anzutreffende Situation.

Deswegen brauchen auch und insbesondere ehrenamtliche Berater/innen Raum für Erfahrungsaustausch untereinander, Möglichkeiten ihre Beratungstätigkeit zu reflektieren, von einander zu lernen und sich mit einigen grundlegenden Methoden und Techniken in der Gesprächsführung auszustatten. Das Wissen um diese Notwendigkeit führte 17 ehrenamtlich in der Betroffenberatung tätige Vertreter/innen von ACHSE- Mitgliedsorganisationen vom 28. bis 30. November 2008 in Halberstadt zum ersten ACHSE – Seminar „Betroffene beraten Betroffene“ zusammen.

Aus der Vielfalt schöpfen

Als Einstieg in das Seminarwochenende blickten die Teilnehmer auf ihre eigenen Erfahrungen als selbst von einer Seltenen Erkrankung Betroffene oder als Angehörige von Erkrankten zurück, um - daraus resultierend – Ziele zu erarbeiten, die eine gute Betroffenenberatung auszeichnen sollten. Am zweiten Tag standen die Vermittlung und Erprobung von Gesprächstechniken und Gesprächsmethoden, die Auseinandersetzung mit der Notwendigkeit, eigene Grenzen zu setzen und sich selbst zu schützen sowie die Gestaltung der Rahmenbedingungen der Beratungstätigkeit im Mittelpunkt. Methodisch wechselten sich Einführungsvorträge der Referenten zum jeweiligen Themenblock mit Rollenspielen in Kleingruppen ab, in denen die Teilnehmer das zuvor Gehörte praktisch erproben und ihre Erfahrungen im anschließenden Plenum miteinander austauschen konnten. Der Austausch nützlicher Adressen und hilfreicher Websites sowie die Auseinandersetzung mit rechtlichen Aspekten (in) der ehrenamtlichen Beratung waren Themen des dritten Tages.

Die unterschiedliche Erfahrungsdauer der Teilnehmer/innen – von Gründungsmitgliedern langjährig bestehender Organisationen bis zu Einsteigern mit nur wenig oder ohne aktive Beratungserfahrung – bereicherte die Diskussionen ebenso wie das breite Spektrum der mit den Teilnehmenden vertretenen Seltenen Erkrankungen. Die positive Resonanz bestätigt den Bedarf, so dass dieses Seminar regelmäßig angeboten werden soll. (Link zum Seminar BBB in 2009)